Identität und Ressentiment. Vom Alltagskonflikt zur offenen Gewalt.

Im Wintersemester 2015/16 war Prof. Dr. Klaus Ottomeyer Sir-Peter-Ustinov-Gastprofessor der Stadt Wien am Institut für Zeitgeschichte. Klaus Ottomeyer, geb. 1949, ist Sozialpsychologe und Psychotherapeut. Er war von 1983 bis 2013 ordentlicher Universitätsprofessor an der Universität Klagenfurt und arbeitet als Psychotherapeut und Obmann der Kärntner Einrichtung ASPIS schwerpunktmäßig mit traumatisierten Kriegsflüchtlingen.

Patriarchalischer Neofundamentalismus, radikaler Dschihadismus, neuer Nationalismus und westlicher Ramboismus. Sie alle propagieren eine Großgruppenidentität, die Halt gibt in Zeiten der Erosion des sicheren Identitätsgefühls. Die Vorlesung von Prof. Dr. Klaus Ottomeyer griff diese aktuellen Phänomene auf und befasste sich mit der Frage, wie die alltägliche Ressentiments gegenüber dem Fremden zu Gewaltausbrüchen führen können. Wie sind die Perspektiven von Tätern, Opfern und Zuschauern nach einem Gewaltausbruch? Die Vorlesung widmete sich besonders der Entwicklung von praktischen Ansätzen, um Gewaltausbrüche zu verhindern oder mit ihren Folgen umzugehen.