Ist unsere Demokratie gefährdet? Was bedeutet die Rechtsentwicklung in mehreren

Ländern Europas für die Demokratie? In Ergänzung unserer Wissenschaftlichen

Konferenz vom Frühjahr wollen wir zu diesen Fragen bei einer Tagung in Wien mit

ExpertInnen aus vielen europäischen Ländern Meinungen austauschen und auch bei

einer öffentlichen Veranstaltung diese Fragen aufwerfen.

 

Die Wahlen in mehreren europäischen Ländern - aber auch über unseren Kontinent

hinaus - haben eine klare Tendenz weit nach rechts gezeigt. Das ist natürlich

auch ein Ergebnis der Demokratie, das wir zur Kenntnis nehmen müssen. Als

Ustinov Institut zur Bekämpfung von Vorurteilen müssen wir allerdings auch

fragen, inwieweit diese politische Entwicklung auch mit der Verbreitung von

Vorurteilen verbunden ist. Tatsächlich sehen wir eine verstärkte Einstellung

gegenüber Flüchtlingen und vor allem gegenüber MuslimInnen.

 

Selbstverständlich kann das Tragen des Kopftuchs in der Volksschule zum

politischen Thema werden. Allerdings sollte man grundsätzlich diskutieren wie

können wir junge MuslimInnen in unsere Gesellschaft so integreren, dass wir

uns alle mit Respekt und als Gleiche begegnen. Diese Grundsatzfrage ist zu

stellen und wir müssen Strategien entwickeln wie wir den Willen zur Integration

von beiden Seiten schaffen.

 

Und was die Flüchtlinge betrifft, so sollten wir uns bemühen, die

Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich Menschen nicht gezwungen fühlen,

ihr Land zu verlassen. Und diejenigen, die schon da sind und Anspruch auf Asyl

oder Schutz haben, sollten auch eine Chance bekommen, zur Entwicklung unserer

Länder einen aktiven Beitrag zu leisten. Übrigens sollte es doch nicht so sein,

dass ein in Mazedonien verurteilter ehemaliger Premierminister innerhalb weniger

Tage in Ungarn Asyl erhält, aber wirklich verfolgte Menschen nicht diese

Möglichkeiten bekommen. 

 

Über all diese Fragen wollen wir am 27.11.2018 ab 18 Uhr im Institut für den

Frieden diskutieren. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Hannes Swoboda