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Aktivitäten

Das Sir Peter Ustinov Institut ist besonders auf drei Gebieten aktiv:
Wir publizieren sowohl wissenschaftliche Beiträge als auch praxisrelevante beratende Literatur.
Wir organisieren jährlich eine öffentlich zugängliche internationale Fachkonferenz.
Wir organisieren jährlich eine Gastprofessur an der Universität Wien, die von der Stadt Wien finanziert wird.


Fachkonferenzen

Einmal pro Jahr organisiert das Institut eine internationale öffentliche Fachkonferenz. Diese dient der Aufarbeitung aktueller politisch und gesellschaftlich wichtiger Entwicklungen, bei denen Vorurteile und Feindbilder eine Rolle spielen. Die Ergebnisse werden in Buchform und auf unserer Homepage veröffentlicht.

Bisherige Fachkonferenzen:

2011: Fachtagung "Fundamentalismus"

Fachtagung "Fundamentalismus" am 30 und 31. Mai

im Wappensaal des Wiener Rathauses 1010 Wien, Rathausplatz 1 (Eingang Lichtenfelsgasse)
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin

Hier finden Sie das Tagungsprogramm

2010: Fachtagung "Rassismus - eine soziale und politische Konstruktion"

Fachtagung

Rassismus - eine soziale und politische Konstruktion

10. und 11. Mai 2010

Wappensaal des Wiener Rathauses
1010 Wien, Rathausplatz 1 (Eingang Lichtenfelsgasse)

Die Veranstaltung fand unter dem Ehrenschutz von Dr. Michael Häupl, Bürgermeister der Stadt Wien, und unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin statt.


Programm

10. Mai 2010

9.00 Uhr: Eröffnung und Begrüßung

9.30 Uhr: Einführung: Wolfgang Benz

Entstehung und Entfaltung

10.00 Uhr: Die Herstellung natürlicher Ordnung: Formen und Verwandlungen rassistischer Praxis in der Neuzeit: Christian Geulen, Universität Koblenz

10.30 Uhr: Rassismus als Ideologie, Herrenrasse und Dominanzanspruch: Karin Priester, Universität Münster

11.00 Uhr: PAUSE

11.30 Uhr: Antisemitismus als eine spezielle Ausprägung des Rassismus: Angelika Königseder, Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

12.00 Uhr: Diskussion (bis ca. 12.30 Uhr)

Erscheinungsformen und Dimension

14.00 Uhr: Weißsein und Dominanzkultur - Theoretische Erklärungsversuche zur Beständigkeit
von Rassismus: Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr, Institut für Konfliktforschung, Wien

14.30 Uhr: Apartheid und die Folgen in Südafrika: Belachew Gebrewold, Universität Hamburg

15.00 Uhr: Das Feindbild "Rasse“ in der modernen Gesellschaft: Nora Räthzel, Umeå University, Schweden

15.30 Uhr: PAUSE

16.00 Uhr: Rassistische Verhaltensweisen und Stereotype in unserer Gesellschaft: Alexander Pollak,
Fundamental Rights Agency, Wien

16.30 Uhr: Das Bild vom Anderen. Die Attribute des alltäglichen Rassismus: Michaela Haibl, Universität Wien

17.00 Uhr: "Zigeunerinnen“ und "Zigeuner“ - Rassismus in der Literatur: Almut Hille, FU Berlin

17.30 Uhr: " ... weil ihre Kultur so ist." - Der neorassistische Blick auf Muslime: Yasemin Shooman,
Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin

18.00 Uhr: Diskussion

11. Mai 2010

Prävention und Abwehr

9.30 Uhr: Rassismus gegen die Roma - Prüfstein für Europa: Erika Thurner, Universität Innsbruck

10.00 Uhr: Rassismus in den Medien: Gudrun Harrer, Tageszeitung Der Standard, Wien

10.30 Uhr: Rassismus im Fußballstadion: Georg Spitaler, Universität Wien

11.00 Uhr: PAUSE

11.30 Uhr: Antirassismus in der gesellschaftlichen und politischen Praxis: Barbara Liegl, Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, Wien

12.00 Uhr: Wege zur Bekämpfung von Rassismus - Toleranz, Respekt, Menschenrechte und Verständnis für die Mitmenschen: Karin Weiss, Integrationsbeauftragte des Landes Brandenburg und Fachhochschule Potsdam

12.30 Uhr: Abschluss


Die Veranstaltung fand mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien MA7/ Wissenschafts- und Forschungsförderung, den Wiener Vorlesungen und der Deutschen Sir Peter Ustinov Stiftung statt.

2009: Fachtagung "Zuwanderer als Feindbild"

Fachtagung des Sir Peter Ustinov Instituts

Zuwanderer als Feindbild

18. und 19. Mai 2009

Theatersaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Sonnenfelsgasse 19, 1010 Wien

Wissenschaftliche Leitung: Univ.Prof. Dr. Heinz Fassmann


Programm

18. Mai 2009

Eröffnung und Begrüßung

9:30 Uhr
Eröffnung durch Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer (Ehrenschutz)
Dr. Friedrich Gehart, Vorstand des Sir Peter Ustinov Instituts

Das Feindbild "Zuwanderer": Woher kommt es und was bewirkt es?

Einleitung und Moderation: Heinz Fassmann

10:00 Uhr: Josef Berghold: Ursachen und Konsequenzen des Feindbildes "Zuwanderer" - ein Überblick

10:30 Uhr: Gudrun Biffl: Wahrnehmung und sachliche Realität der vermeintlichen Bedrohung

11:00 bis 11.30 Uhr: Pause

11:30 Uhr: Ute Benz: Tiefenpsychologische Wurzeln für die Abwehr von Mitgefühl und moralischer Verpflichtung

12.00 Uhr: Michael Bommes: Gesellschaftliche Funktion von Feindbildern

12:30 Uhr Diskussion

13.00 bis 14:00 Uhr Mittagspause

Europäische Perspektiven

Einleitung und Moderation: Wiebke Sievers

14:30 Uhr: Heinz Fassmann: Europäische Migrationen im Überblick

15:00 Uhr: Peter von Bethlenfalvy: Rechtsstellung des "Zuwanderers" innerhalb der EU und geplante Maßnahmen der EU bei der Asyl- und Einwanderungspolitik

15:30 - 16:00 Uhr: Pause

16:00 Uhr: Angelika Königseder: Feindbild Muslim in Europa

16:30 Uhr: András Kovács: Feindbild Roma in Europa

17:30-19:00 Uhr: Paneldiskussion:
Medien und Zivilgesellschaft: Beiträge zur Integration von MigrantInnen
Mit Michael Chalupka, Werner Kerschbaum, Birol Kilic, Corinna Milborn, Markus Priller
Moderation: Beate Winkler


19. Mai 2009

Voraussetzungen und positive Effekte einer gelungenen "Integration"

Einleitung und Moderation: Wolfgang Benz

09:00 Uhr: Philip Martin: Internationale Erfahrungen mit Integrationsmaßnahmen und Elemente einer Best-practice-Politik (in englischer Sprache)

09:30 Uhr: Barbara John: Gesellschaftliche, volkswirtschaftliche und persönliche Vorteile aus einer gelungenen "Integration"

10:00 Uhr: Wolfgang Benz: Was sollen Aufnahmegesellschaft und ZuwanderInnen zu einer erfolgreichen "Integration" beitragen?

10:30 Uhr: Hilde Weiss: Wie kann die Jugend besser auf Integration vorbereitet werden?

11:00 bis 11:30 Uhr: Diskussion

11:30 bis 12:00 Uhr: Pause

Orientierungslinien für einen Abbau des Feindbilds "Zuwanderer"

Einleitung und Moderation: Heinz Fassmann

12:00 Uhr: Gianni D’Amato: Politik ohne Feindbilder

12:30 Uhr: Anton Pelinka: Bildung als Beitrag zur Feindbildbekämpfung

13:00 Uhr: Manfred Nowak: Mehr Respekt vor Anderen und mehr Dialog

13:30 Uhr: Barbara Frischmuth: Mehr Sensibilität und Menschlichkeit

14.00 Uhr: Diskussion und Abschluss

2008: Fachtagung "Feindbilder in Europa"

Tagung

FEINDBILDER IN EUROPA

Mittwoch, 2. April von 9.30h - 20.30h und
Donnerstag, 3. April von 9.00h - 13.00h
Ort: Parlament, Palais Epstein

Veranstalter: Sir Peter Ustinov Institut
Ehrenschutz: Mag.a Barbara Prammer, Präsidentin des Nationalrates
[•Tagungsprogramm•]

Das Buch zur Fachtagung ist beim Verlag Braumüller erschienen.
[Buchbestellung]

2007: Fachtagung "Vorurteile in der Kindheit: Wie entstehen sie? Wie kann man gegensteuern?"

Tagung

"VORURTEILE IN DER KINDHEIT:
Wie entstehen sie? Wie kann man gegensteuern?"

Veranstalter und Organisator:
Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen
unterstützt von der Kulturabteilung der Stadt Wien, den Wiener Vorlesungen
und der Sir Peter Ustinov Stiftung Düsseldorf

Wissenschaftliche Leitung:
Univ.Prof. Dr. Max Friedrich (Univ.Klinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters)

Termin: Donnerstag, 8. März 2007, 9.30 bis 18.00 Uhr
Ort: Jugendstiltheater im Otto Wagner Spital, Baumgartnerhöhe 1, 1140 Wien

[• Tagungsablauf (PDF) •] [• CHARTA der KINDERSTIMME •] [• KINDERWELTEN BÜCHERKISTE •]

ReferentInnen
Thomas Barth
Ernst Berger
W. Wolfgang Fleischhacker
Max H. Friedrich
Hedwig Huschitt
Gabriele Koné
Eva Posch-Bleyer
Herbert Rosenstingl
Brigitte Sindelar
Oliver Trisch
Petra Wagner
Anne Winkelmann

Das Buch zum Symposium ist beim Verlag Braumüller erschienen.
[Zur Buchbestellung]

2006: Fachtagung "Der Westen und die Islamische Welt: Fakten und Vorurteile"

SYMPOSIUM
DER WESTEN UND DIE ISLAMISCHE WELT - FAKTEN UND VORURTEILE

4. und 5. Mai 2006
Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog, 1190 Wien, Armbrustergasse 15

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Konfliktforschung, dem Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog und dem Institut für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und mit freundlicher Unterstützung der Kulturabteilung der Stadt Wien MA7/Wissenschafts- und Forschungsförderung, den Wiener Vorlesungen und der Deutschen Sir Peter Ustinov Stiftung statt.

Das Buch zum Symposium "Der Westen und die Islamische Welt - Fakten und Vorurteile" ist bei Wilhelm Braumüller/Wien erschienen.
[Zur Buchbestellung] • [Nähere Informationen]

Bert G. Fragner: Zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen: Der Islam und Muslime in Österreich (eine Zusammenfassung)


PROGRAMM

Donnerstag 4. Mai 2006

14.00 Uhr:
Begrüßung durch den Vorstand des Ustinov Instituts, Friedrich GEHART
14.10 Uhr:
Einleitung: "Moslem sein in Wien – zwischen Akzeptanz, Vorurteil und Ablehnung", Omar AL RAWI, Gemeinderat der Stadt Wien, Integrationsbeauftragter der Islamischen Glaubensgemeinschaft
14.25 Uhr:
"Islam und Europa – Stereotypen, Vorurteile und Feindbilder über Jahrhunderte", Bert FRAGNER, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Iranistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
15.10 Uhr:
"Islamophobie in Europa - ein Überblick", Thomas SCHWARZ, Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit/EUMC
16.00 Uhr:
"Das aktuelle Bild des Westens in der Islamischen Welt", Katajun AMIRPUR, freie Autorin und Publizistin, Köln
16.45 Uhr:
"Fundamentalismus und Radikalismus als Auslöser und Verstärker von Stereotypen, Vorurteilen und Feindbildern", Sibylle WENTKER, Arabistin und Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften
18.00 Uhr:
"Islam und Demokratie: Ein Widerspruch?" ExpertInnenrunde mit Carla Amina BAGHAJATI, Sprecherin der Islamischen Glaubensgemeinschaft Wien, Rudolph CHIMELLI, Bert FRAGNER, Peter HEINE, Udo STEINBACH, Sibylle WENTKER, Moderator: Anton PELINKA, Institut für Politikwissenschaft/Universität Innsbruck, Institut für Konfliktforschung, Wien

Freitag, 5. Mai 2006

14.00 Uhr:
"Das aktuelle Bild der Islamischen Welt im Westen", Rudolph CHIMELLI , Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Paris
15.30 Uhr:
"Was hält die Vorurteile am Leben? ", Peter HEINE, Professor für Islamwissenschaft des nicht-arabischen Raumes an der Humboldt-Universität zu Berlin
16.15 Uhr:
"Stehen der Welt weitere religiös und kulturell motivierte Konflikte bevor?", Udo STEINBACH, Direktor des Deutschen Orient Instituts/DOI
17.30 Uhr:
"Was kann zum Abbau von Stereotypen. Vorurteilen und Feindbildern zwischen dem Westen und der Welt des Islam getan werden?" Podiumsdiskussion mit Mina AHADI, Internationales Netzwerk gegen Steinigung, Omar AL RAWI, Thomas SCHWARZ, Udo STEINBACH, Moderator: Franz Kössler, ORF

Das Symposium hat sich schwerpunktmäßig folgenden Fragen gewidmet:

  • Das heute im Westen kursierende, eher bedrohliche und rückständige Bild der Islamischen Welt hat sich über Jahrhunderte gebildet und ist das Ergebnis vielfältiger religiöser, wirtschaftlicher und machtpolitischer Entwicklungen und Interessen. Ebenso hat die Islamischen Welt ein Bild vom Westen, das u.a. durch koloniale Eroberung und vor dieser durch die Kreuzzüge geformt wurde. Die historischen Wurzeln heute bestehender Stereotypen, Vorurteile und Feindbilder sollen herausgearbeitet werden.
  • Vorwürfe einer Seite gegen die andere sollen auf ihren Wahrheitsgehalt hin betrachtet werden, um Fakten und Vorurteile als solche zu erkennen.
  • Dabei wird auch zu prüfen sein, welche der dem Islam heute negativ zugeschriebenen Phänomene (z.B. Unterdrückung der Frauen) eher auf alte kulturelle Traditionen zurückgehen als auf allgemein anerkannte, unverzichtbare religiöse Lehrmeinungen und inwiefern diese Phänomene repräsentativ sind für die Islamische Welt.
  • Vor allem aber sollen die Faktoren gesucht werden, die in unserer Zeit dafür verantwortlich sind, dass alte Stereotypen, Vorurteile und Feindbilder nicht nur auf beiden Seiten weiterbestehen, sondern zum Teil sich weiter verstärken. Welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und religiösen Antriebskräfte sind hier am Werke? Welche Rolle spielen im Westen Ängste um Arbeitsplätze, vor Überfremdung (Moscheen, Kopftücher) und um die persönliche Sicherheit und in der Islamischen Welt Ängste vor Hegemonisierung sowie dem Verlust der kulturellen, wirtschaftlichen und religiösen Identität?
  • Inwieweit liegen die Ursachen für religiöse Radikalisierungen in der Islamischen Welt bei politischen und sozialen Entwicklungen in den betreffenden islamischen Staaten, die als ungerecht empfunden werden, und inwiefern tragen Gefühle, vom Westen kulturell, wirtschaftlich und politisch hegemonisiert zu werden, dazu bei?
  • Die Welt ist heute mit schrecklichen Geschehnissen konfrontiert, die im Namen des Islam gesetzt werden: Geiselnahmen, Selbstmordattentate, Terror. Es wird zu prüfen sein, wo hierfür die Wurzeln liegen: in der Politik, die die Religion benutzt oder bei religiösen Führern, die politisieren? Welche Rolle spielen fundamentalistische Strömungen? Wie steht die Mehrheit der Muslime zu solchen radikalen Einstellungen?
  • Welche Gefahr liegt darin, dass Radikalismus oft ansteckend wirkt, dass radikale Ansichten und Taten auf der einen Seite dazu führen, dass auch die andere Seite radikaler zu denken und handeln beginnt?
  • Wie liberal verhalten sich die islamischen Staaten gegenüber westlichen Sitten und Religionen, während Moslems im Westen ihre Rechte vehement einfordern?
  • Ist nicht der Westen ebenso wenig ein homogenes Gebilde wie die Islamische Welt ? Gibt es nicht innerhalb beider Seiten große Unterschiede was religiöse, gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Umstände und Zielvorstellungen anlangt (wie z.B. Arabische Welt – Islamische Welt )? Zur Verhinderung von Pauschalurteilen soll auch dies herausgearbeitet werden.
  • Wäre es nicht ebenso falsch wie gefährlich, den vereinfachenden, schnellen Schluss zu ziehen, die Welt sei eben heute mit einem "Clash of Civilisations" konfrontiert, der ausgetragen werden muss? Sind nicht die Menschen in ihren Hoffnungen und Bestrebungen auf beiden Seiten einander sehr ähnlich? Wo treffen sich Werte und Zielvorstellungen und wo divergieren sie? Ist nicht die Interdependenz heute so groß, dass der Diskurs auf voller Breite der scheinbaren Gemeinsamkeiten und Gegensätzlichkeiten geführt werden muss?
  • Was kann zum Abbau wechselseitiger Ängste unternommen werden? Besteht eine ausreichende Koalition der Gutwilligen auf beiden Seiten, um dieses Unterfangen voranzutreiben, und bestehen ausreichend Plattformen für den gegenseitigen Meinungsaustausch auf gleicher Ebene?
2005: Fachtagung "Europa - USA: Values and Prejudices"

"USA - Europa. Values and prejudices"

Dokumentation des Symposiums vom 29. April 2005 in der Diplomatischen Akademie Wien

veranstaltet vom Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen, Wien und der Diplomatischen Akademie Wien
(gefördert von der Kulturabteilung der Stadt Wien und der Genfer Ustinov Stiftung)


Die USA und die Europäische Union teilen zentrale Werte, die unverzichtbarer Bestand unserer gesellschaftlichen und politischen Kultur sind: Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaat. Es gibt aber auch Prinzipien, über die in Europa und in den USA die Vorstellungen tendenziell differieren: etwa über die Rolle des Staates, die gesellschaftliche Funktion der Religion oder die Strukturierung der weltweiten Zusammenarbeit. Solche Differenzen sollten Gegenstand eines konstruktiven Dialogs zwischen Freunden sein.

Es gibt freilich auch Differenzen anderer Natur: Es sind dies Einstellungen, die sich von objektivierbaren Grundlagen getrennt haben, als Vorurteile zu bezeichnen sind und als "die unkritische Übernahme von Ansichten, Meinungen und Erwartungen ohne ausreichende persönliche Urteilsbildung oder Kenntnis und Erfahrungsbasis" (Brockhaus) definiert werden können. Diese Vorurteile, die im emotionalen Bereich aufgebaut werden, lassen sich sehr leicht politisch instrumentalisieren und stehen daher einer konstruktiven Zusammenarbeit im Wege.

Es ist für die Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA wichtig, Differenzen herauszuarbeiten und sie von den Vorurteilen zu lösen. Rational nicht begründbare Vorstellungen über transatlantische Verschiedenheiten führen genauso zu gegenseitiger emotionaler Verstimmung wie rational nicht gerechtfertigte Annahmen über transatlantische Gemeinsamkeiten. Die auf Vorurteilen beruhenden Bewertungen sind, im längerfristigen Interesse sowohl Europas als auch der USA, zu analysieren und so abzubauen. Dazu soll diese Veranstaltung dienen.


   

Summary

1. Presentation by Gret Haller

At the beginning, Haller referred to her experience with the Council of Europe, in particular her experience with the OSCE in Bosnia and Herzegovina. To her way of understanding, anti-Americanism was a judgement of specific American policies from an emotional, as distinct from a rational, viewpoint.

Haller underscored the need to understand the differences between the United States and Europe. Those differences were the outcome of different traditions governing the relationship between state and religion. In the US, religion enjoyed priority. Historically, among the European communities in what used to be the British colonies in North America, loyalty was based on a common religious identity – not on national or political identity. To the American way of understanding, separating the Church from the state was thus aimed at protecting religion from government. In Europe - and especially in France - the concept of separation was designed to protect the state. The European understanding of the state derived from the history of monarchies: a backdrop that of necessity was missing in America.

The historical background peculiar to the United States explained the country’s tendency to view international politics and policies in moral terms (coalition of the willing). In Europe, international politics and policies tended to be based on legal concepts (international law).

Haller quoted Ernest Gellner: ‘Religion is part of the American way of life’. America and Europe were linked by their common opposition to totalitarian regimes and movements; however, they were separated by their different perceptions of the role of state and religion. The US tended to seek emotional links to the government’s authority – akin to confessions of loyalty (‘allegiance’). Europe – the European Union and the national states – were more inclined to distinguish between law and morals. Europe displayed a more sombre, a more secular understanding of state and government.

Haller referred to differences within the US. The ‘blue states’ with a Democratic majority did not differ that much from the intellectual traditions of Europe, whereas in the ‘red states’ (especially in the South) religion played a highly visible role in politics. The general trend in the US was to see the ‘nation’ in an emotional context; politics (especially international politics) were perceived as a struggle between the powers of good and evil. They were good, the others were evil.

Haller stressed that anti-Americanism today took on many nationalistic, racist and religious (especially Islamic) variations. At the same time, however, it was common practice to term justified criticism of the US and its policies anti-American.

What was to be done? According to Haller, it was important to be aware of transatlantic differences, to accept them and discuss them – and ultimately to learn to live with them. Never should one argue along the lines of American or European superiority. Acceptance of differences offered the best basis for transatlantic cooperation.

2. Presentation by Andrei Markovits

Markovits opened with a reference to empirical data from Germany, France, the United Kingdom and Italy indicating that current public opinion in Europe showed a hitherto unprecedented aversion to all things American. Anti-American sentiments had always prevailed in Europe. Today, however, anti-Americanism had a new bonding effect, uniting the elites and masses. On both the left and right wings, all of Europe seemed to pride itself on its anti-American attitudes. In the next stage of his research, Markovits announced that he would be extending the coverage to include public opinion in other European countries such as Spain, Portugal and Poland.

For Markovits, the essence of those anti-American sentiments was that they were not directed towards what America did, but towards what America was. Moreover, contrary to other traditional prejudices (anti-feminism, homophobia, anti-Semitism or racism), anti-Americanism was not pitched at someone weak, but at someone strong: a dominant power.

Another distinctive variance was that anti-European attitudes in the US were not a unifying phenomenon. In the US, anti- or pro-European sentiments lay in the rift between the classes. The lower classes traditionally displayed anti-European attitudes, whereas the attitudes adopted by the elites were pro-European. In Europe, anti-Americanism by tradition displayed a positive correlation with education and social status; however, at present, the lower classes seemed to be donning the anti-Americanism mantle of the elites.

Markovits asked whether there had ever been a golden age of pro-Americanism in Europe. To his mind, that age had never come about: neither after 1945, nor during World War I - not even after 1776. From the very beginning, Europe had been markedly averse to America – a continent (or country) that lacked culture, depth and authenticity. From the very outset, Europe had construed America as a danger. America was seen to be ‘degenerate’, including the ‘degenerate’ Native Americans.

Markovits argued that in the European setting anti-Americanism was not something ‘national’ (British, French, German, Italian, etc.): it was exclusively European. All over Europe, the term ‘Americanisation’ was used as a code word embracing a complete swathe of negative qualities – in politics and entertainment alike, as well as in all other spheres. In present-day Europe, calling something ‘American’ or the product of ‘Americanisation’ inevitably imparted a negative touch.

At the end of his presentation, Markovits discussed the probability of America (the US) having become (or becoming) the ‘defining other’ for Europe - especially for a united Europe. Europe was to be seen as the antonym to America. Europe should be a ‘soft’ power, defending its welfare system and asserting its cultural diversity: the opposite to the American ‘tough’ power, the American unrestricted free market and the American melting pot.

3. Presentations by the three panellists

Krysztof Mroziewicz stressed the differences between the countries (such as Poland) allied with the US in Iraq and those abstaining from the alliance. Countries such as Poland did not consider themselves to be under American tutelage; they had been free to choose. The transatlantic relationship, however, would be overshadowed by the fact that the 21 st century was to be an Asian century; the focus of world politics and the global economy was shifting to the Pacific. The US was much better prepared for that shift in geopolitical and strategic terms than Europe. The EU had not managed to transform national strategic power (viz. the British and the French) into European power. The split within NATO and the EU over the war in Iraq exemplified the lack of European integration. Given that the EU was not – at least not yet – a strategically significant actor, it was quite understandable that the former communist countries in Europe which still felt potentially threatened by Russia placed much greater political (and military) trust in the US than in the EU.

Joachim Fritz Vannahme pointed up a central aspect that had been missing in the debate: the phenomenon of war such as the Gulf Wars and the global war on terror. The different attitude prevailing between the US and Europe and the differences within Europe could not be explained solely in terms of prejudices; the differences also had to do with interests and judgement. The mythical year 1968 had had two aspects – Paris and Prague. The same year also cast light on the links that still held between America and Europe; the anti-Vietnam War movement in America had had a strong impact on Western Europe. Even today, developments in the US exert an influence on Europe in different ways: many were the bridges that spanned the Atlantic. Just as the Ethiopian Church had canonised Pontius Pilate as he stood for the beginning of (Christian) history, so too might the Europeans claim that without Ronald Reagan and George W. Bush, there would be no (European) history as they knew it today.

Daniel Vernet argued that despite a general European anti-Americanism, there were also national variations. The reasons for the anti-Americanism specific to France lay in: (a) the lack of significant French emigration to the US; (b) the persistent competition between France and the US as to the upholding of universal values (viz. human rights); and (c) the specific French tradition (especially since 1958) in favour of multi-polar structures in international politics. In terms of policies, the overriding political difference at present was that the US tended to change the status quo, whereas the EU endeavoured to preserve it and/or restrict any changes to Europe alone (e.g. EU-enlargement). Whereas the US tended to adopt its innovative approach as a means of legitimising wars, the EU (or Europe) tended to adhere to the tenets of (traditional) international law.

4. Discussion from the floor

  • The following questions and topics were raised by the audience:
  • The relationship between war and prejudice
  • The function of anti-Americanism (the feel-good factor or making Europe feel better than America)
  • America was not America: there was not only one America
  • The European-American dialogue tended to ignore the rest of the world
  • The term ‘anti-Americanism’ was the outcome of a moralistic response to specific criticism of the war in Iraq war
  • On both sides, mutual respect was necessary
  • The impact of 9/11: the US saw itself as a victim
  • Bush’s policies in his second term
  • The role of the UK: was there a specific Anglo-Saxon world?

5. Final round on the panel

Vernet: The UK and France had differed since the 1950s. UK politics were based on the belief that the British could play a significant role in world politics by backing the US. French politics were founded on the conviction that a significant French role was only feasible as long as France maintained maximum independence from the US.

Vannahme: In 2003, Blair had acted out of strong personal conviction, not out of cynicism. Nevertheless, the question of truth and lies could not be avoided, especially with respect to the weapons of mass destruction that had not been found in Iraq.

Mroziewicz: Europe and America are linked by the bonds of ‘Western civilisation’ which accounted for their being distinct from other civilisations. In a world that could well return to bipolarity (Washington and Peking), that would inevitably have an impact – especially where the genocidal potential of terrorism was concerned.

Markovits: 9/11 had not only bought about a shift in the debate, but it had also changed the perception of the world. 9/11 was the reason for the rift having deepened between the US and Europe. That could not be explained merely in terms of a conflict between ‘pragmatism’ (claimed as something specifically European) and ‘moralism’ (perceived as something typically American).

Haller: The United Kingdom was much more European than British politics might intimate – especially with regard to the relationship between the state and religion. As for the basic question whether in terms of that relationship the US or Europe was the exception to the rule, the jury was still out.

Anton Pelinka, April 30, 2005

 

Alle Veranstaltungen sind durch Publikationen beim Verlag Braumüller, Wien, dokumentiert.

Für die Rassismus-Tagung 2010 haben die Stadt Wien, die Wirtschaftskammer Wien und das Vienna Convention Bureau Dank und Anerkennung zum Ausdruck gebracht.

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