Chronologie unserer Aktivitäten

2015

Tätigkeitsbericht 2015 (PDF)

Die Arbeit des Sir Peter Ustinov Instituts fokussierte im Jahr 2015 auf der Analyse und Thematisierung zentraler Vorurteilsthemen. Die aktuellen, sich überschlagenden Ereignisse im Rahmen der Flüchtlingsproblematik zeigen die enorme Bedeutung der intensiven Beschäftigung mit Vorurteilen deutlicher auf denn je.

Im ersten Semester fand aufgrund des Vorstandswechsels am Ustinov Institut ein Übergang zu neuen Strukturen statt, weshalb sämtliche Großprojekte, insbesondere die Gastprofessur, die Wissenschaftliche Konferenz und der Tagungsband zur Konferenz 2014, auf das zweite Halbjahr 2015 entfallen.

Anlässlich der Wissenschaftlichen Konferenz im Oktober 2015 wurde eine langfristig angelegte Fördervereinbarung mit der Ustinov Stiftung in Frankfurt abgeschlossen.

Besonders hervorzuheben sind folgende Aktivitäten des Instituts im Jahr 2015:

  • die Buchpräsentation und Diskussion zum Thema „Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus“ mit dem bekannten Autor Prof. Dr. Wolfgang Benz und Pater Georg Sporschill;
  • die Diskussionsveranstaltung „Der Westen und die Islamische Welt zwischen wechselseitigen Vorurteilen und Gewaltausbrüchen“ mit der renommierten Nahostexpertin Dr. Antonia Rados und dem erfahrenen Journalisten Hans Rauscher;
  • der Vortrag des promovierten Historikers Prof. Dr. Philipp Gassert „Europa und Amerika: Streit, Vorurteil und die transatlantische Konfliktkultur“ sowie die anschließende Podiumsdiskussion mit der erfahrenen Diplomatin Dr. Eva Nowotny;
  • die erstmalige öffentliche Ausschreibung der Sir Peter Ustinov Gastprofessur der Stadt Wien 2015 an der Universität Wien zur Thematik „Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt. Ressentiments als Triebkräfte im sozialen und politischen Leben“ und der erfolgreiche Beginn der Gastprofessur von Prof. Dr. Klaus Ottomeyer im Wintersemester 2015/16; 
  • die Wissenschaftliche Konferenz 2015 zum Thema „Vom Alltagskonflikt zur Massengewalt. Ressentiments als Triebkräfte im sozialen und politischen Leben“ am 29. und 30. Oktober 2015 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Benz mit renommierten WissenschaftlerInnen wie Anton Pelinka, Ruth Wodak, Manfred Nowak oder der Ex-EU-Kommissar Laszlo Andor;
  • die Tagung zum Thema “Prejudices and Political Instrumentalisation in the Balkans. Status Quo and Future Prospects 20 Years After Dayton” unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Vedran Dzihic unter Teilnahme von namhaften ExpertInnen aus ganz Europa am 12. November;

 

2014

Tätigkeitsbericht 2014 (PDF)

Wegen seines eingeschränkten Sehvermögens musste Dr. Gehart den Vorstandsvorsitz zurücklegen und Dr. Hannes Swoboda wurde als Nachfolger gewählt.

Im Jahr 2014 widmete sich das Sir Peter Ustinov Institut weiterhin den aktuellen gesellschaftlichen und politischen vorurteilsbezogenen Themen. Zentrale Aktivitäten umfassten:

  • den Vortrag von Prof. Dr. Andreas Beelmann zum Thema „Entwicklungspsychologie von Vorurteilen im Kindesalter“;
  • die wissenschaftliche Konferenz „Europa – Hoffnung und Feindbild“, welche der Frage nach den tieferen Ursachen nachging, warum sich bei einer Gruppe europäischer Bürgerinnen und Bürger ein „Feindbild Brüssel“ gebildet hat und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit sich europäische Bürgerinnen und Bürger in verstärktem Maße mit ihren Bedürfnissen und Sorgen in der EU geborgen fühlen;
  • die Ustinov Gastprofessur des Professors für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, Dr. Philipp Gassert,  der sich der gegenseitigen Wahrnehmung von Europa und den USA und der Abgrenzung voneinander, den Feindbildern und Vorurteilen sowie den unterschiedlichen Strukturen der Opposition gegen Washington und Brüssel gewidmet hat;
  • die Präsentation des Buches der ungarischen Philosophin Prof. Dr. Ágnes Heller „Die Welt der Vorurteile“, basierend auf ihren Vorlesungen im Rahmen der Sir Peter Ustinov Gastprofessur 2013 sowie
  • die Präsentation des Tagungsbandes „Ressentiment und Konflikt. Vorurteile im Wandel“ auf Basis der wissenschaftlichen Ustinov Konferenz 2013 durch den Herausgeber Prof. Dr. Wolfgang Benz.

 

2013

→ Tätigkeitsbericht 2013 (PDF)

Das Jahr 2013 markiert das 10-jährige Bestandsjubiläum des Ustinov Instituts. Aus diesem Anlass möchte das Institut neben einer Rückschau auf Meilensteine der bisherigen Arbeit vor allem eine umfassende Bestandsaufnahme darüber erarbeiten, welche Vorurteile und Feindbilder sich zurzeit als besonders einflussreich darstellen.

Die Ustinov Gastprofessur für 2013 übernahm die ungarische Philosophin Prof. Agnes Heller. Ihre Lehrveranstaltungen hielt sie zum Thema „Fragestellungen und Themen zur Zeitgeschichte – The World of Prejudices“ am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien ab.

Im Mai 2013 wurde die Fachtagung des Instituts unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Wolfgang Benz und unter dem Ehrenschutz des Wiener Bürgermeisters in den Räumlichkeiten des Wiener Rathauses ausgerichtet. Von dieser Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen aktueller Vorurteile erwartet das Institut auch einen Ausblick auf die Themen, auf die es sich in den folgenden Jahren konzentrieren soll.

Anlässlich des Jubiläums sprach Prof. Manfred Nowak (BIM) über „Menschenrechte und Vorurteilsbekämpfung“. Der Vorsitzende des Institutsvorstands, Dr. Friedrich Gehart, zog in seiner Festrede über Aktivitäten und Aufgabenstellungen des Instituts eine Zwischenbilanz.

Prof. Wolfgang Benz: Von der Notwendigkeit der Vorurteilsforschung (PDF)

Prof. Manfred Nowak: Menschenrechte und Vorurteilsbekämpfung (PDF)

Igor Ustinov: My father’s wish became ture

Dr. Friedrich Gehart: Geschichte und Aufgaben des Instituts (PDF)

 

2012

→ Tätigkeitsbericht 2012 (PDF)

Das Jahr 2012 stand für das Sir Peter Ustinov Institut neuerlich im Zeichen der Analyse und Diskussion aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, die mit Vorurteilen verbunden sind. Besonderes Augenmerk galt der Kommunikation von Forschungsergebnissen, der wissenschaftlichen Erörterung des Themas „Populismus“ sowie der Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit.

  • Wechsel im Vorsitz des wissenschaftlichen Beirats: Eine entscheidende Veränderung brachte der Wunsch von Professor Anton Pelinka, den Vorsitz im wissenschaftlichen Beirat des Instituts mit der Sitzung vom 5. September 2012 zurückzulegen. Etwa gleichzeitig legt Professor Pelinka auch seine Funktion als wissenschaftlicher Leiter des IKF zurück. Prof. Pelinka unterstützt das Institut weiterhin punktuell, etwa als wissenschaftlicher Leiter der Fachtagung 2014.
    Professor Manfred Nowak übernimmt die für die weitere Entwicklung des Instituts maßgebliche Funktion als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats. Wir schätzen seinen Einsatz für Menschenrechte und gegen Diskriminierung als Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte und als UNO-Sonderberichterstatter über Folter.
  • Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte als Partnerorganisation des Ustinov Instituts: Die neue Partnerschaft trat mit 1. Jänner 2013 in Kraft und ersetzt die bisherige Zusammenarbeit mit dem IKF. Dem IKF, und da insbesondere Frau Dr. Haller, danken wir an dieser Stelle für die langjährige fruchtbare Zusammenarbeit und Unterstützung, die viel zur Bedeutung und Reputation des Instituts beigetragen hat.
  • Im November 2011 wurde die deutschsprachige Ausgabe des „Handbook of Prejudice“ unter dem Titel „Vorurteile – Ursprünge, Formen, Bedeutung“ im Wissenschaftsverlag De Gruyter herausgegeben. Dieses Standardwerk der Vorurteilsforschung kam mit der Unterstützung der österreichischen voestalpine AG zustande. Am 27. April 2012 stellte der Mitherausgeber und Koautor Prof. Anton Pelinka den Band gemeinsam mit dem Leiter der Konzernkommunikation der voestalpine, Gerhard Kürner, der Presse vor.
  • Am 17. Jänner 2012 stellte Prof. Wolfgang Benz vor zahlreichem Publikum den Tagungsband „Fundamentalismus – Aktuelle Phänomene in Religion, Gesellschaft und Politik“ in der Diplomatischen Akademie Wien vor. In seinem Vortrag widmete sich Prof. Benz dem Thema „Aufstand gegen die Moderne: Fundamentalistische Heilslehren zur Lösung gesellschaftlicher Probleme“. Die Buchpräsentation wurde am 6. März 2012 mit dem gleichlautenden Vortrag von Prof. Benz im Literaturhaus Berlin wiederholt.
  • Am 16. Februar 2012 veranstaltete das Institut in Kooperation mit dem Stadtschulrat für Wien und dem Verein respekt.net ein Pressegespräch, bei dem der jüngst veröffentlichte Lehrbehelf „Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen“ für die 5. bis 8. Schulstufe erstmals Journalistinnen und Journalisten vorgestellt wurde. Als Mitautor des Lehrbehelfs und stellvertretend für das Ustinov Institut sprach Prof. Anton Pelinka über die Rolle von Bildung bei der Überwindung gesellschaftlicher Vorurteile.
  • Im Interesse einer breiten Rezeption des Lehrbehelfs besonders unter Erzieherinnen und Erziehern veranstaltete das Institut am 30. Mai 2012 gemeinsam mit dem Wiener Stadtschulrat eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vorurteile – Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen in der Schule“ im Festsaal des Wiener Stadtschulrates. Bei der von Mag. Martin Haidinger moderierten Expertenrunde sprachen Prof. Anton Pelinka, die Erziehungswissenschafterin Viola Raheb und Siegfried Frech, Referent der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.
  • Der Lehrbehelf II wurde 2012 gezielt an Multiplikatoren in den pädagogischen Hochschulen sowie an bildungspolitisch relevante Einrichtungen (wie die Bildungsplattform „Zentrum Polis“) versandt. Der Wiener Stadtschulrat hat ein Unterrichtsbeispiel aus dem Lehrbehelf in einem Handbuch der schulischen Schlüsselkompetenzen aufgenommen und in zahlreichen Schulen in Umlauf gebracht.
  • Die Fachtagung 2013 befasste sich mit dem Phänomen „Populismus“ und dessen wachsender Rolle. Unter breiter öffentlicher Beteiligung und eingeleitet von der Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer analysierten am 10. und 11. Mai 2012 im Wiener Palais Epstein international renommierte Wissenschafterinnen und Wissenschafter unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Anton Pelinka die Frage: „Populismus. Gefahr oder Herausforderung für die Demokratie?“. Darüber hinaus diskutierte ein hochkarätig besetztes Podium die Bedeutung eines „Verfassungsbogens gegen Rechtspopulismus“ in Österreich. Die Veranstaltung stand unter dem Ehrenschutz der Präsidentin des Nationalrats und wurde unter anderem im österreichischen Rundfunk ausgiebig besprochen.
  • Seit dem Frühjahr 2012 wird das Dialogforum im Webauftritt der Ustinov Stiftung Frankfurt/München parallel angeboten. Mittlerweile ist etwa die Hälfte der Webseitenbesuche des Instituts auf das Dialogforum zurückzuführen. Inhaltlich hervorzuheben ist das Thema „Feindbild Brüssel“ das 2012 mit profunden Gastbeiträgen intensiv diskutiert wurde. Seit Mai 2012 wird im Forum das kontroversielle Thema „Multikulturelle Gesellschaft“ analysiert. Im Herbst 2012 wurde eine Auseinandersetzung zum Thema „Vorurteile in der Schule“ geführt.
  • Ustinov Gastprofessor war der renommierte Historiker und Journalist Götz Aly. Vorlesungen und Seminar wurden im Wintersemester in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien abgehalten. Die Vorlesungen haben sich mit folgendem Thema befasst: „Die ‚Euthanasie‘-Morde 1939-1945; Wie Vorurteile gegen arme, geistig schwache und arbeitsunfähige Menschen zum Massenmord führten. Öffentlich Bedienstete, Verwandte, Nachbarn und Opfer. Gesellschaftsgeschichte tödlicher Vorurteile.”
    Das mit der Ustinov Professur verbundene Seminar hat sichmit dem Thema: „Hitlers Bekenntnisbuch „Mein Kampf“. Vorurteile und politische Wirksamkeit“ befasst. Anhand der einzelnen Kapitel des in zwei Bände gegliederten Buches wurden Tatsachen, Halbwahres und Unwahres voneinander geschieden. In einem zweiten Schritt wurde herausgefunden, warum und unter welchen Umständen bestimmte Ressentiments gegen sehr unterschiedliche Menschengruppen – wie Juden, Sozialdemokraten, Liberale, Kommunisten, Adelige, Bürger, Behinderte, Slawen, Kapitalisten – für sich oder in Kombination auf massenhaften Zuspruch stießen. Dazu ist es notwendig, sowohl die Sprache des Buches und die politischen Inhalte als auch das politische Echo zu untersuchen.

 

2011

→ Tätigkeitsbericht 2011 (PDF)

Das Jahr 2011 war für das Sir Peter Ustinov Institut geprägt durch die Analyse und Diskussion aktueller gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen, die mit Vorurteilen verbunden sind.

  • Um die Diskussion über Ursachen und Wirkungen von Vorurteilen voranzutreiben, wurde im September 2011 auf der Website das Online Dialogforum über Vorurteile gestartet. Als erste Themen stellte das Dialogforum „Feindbild Islam“ und „Euroskeptizismus“ zur Diskussion im Web. Ausgangspunkt waren dabei Impulsstatements bekannter Wissenschafter zu diesen kontroversiellen Themen.
  • Die Fachtagung 2011 widmete sich der Analyse des Phänomens „Fundamentalismus“ und fand im Mai 2011 unter breiter öffentlicher Beteiligung im Rathaus Wien statt.
  • Einen Schwerpunkt legte das Ustinov Institut wieder auf wissenschaftliche Publikationen und Lehrbehelfe für den Unterricht in Schulen. Veröffentlicht wurden die Tagungsbände „Rasse – Eine soziale und politische Konstruktion“ und „Fundamentalismus“ sowie der Lehrbehelf „Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen“ mit Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe).
  • Ustinov-Gastprofessorin an der Universität Wien war 2011 Professor Shalini Randeria, Ethnologin an der Universität Zürich. Das Thema ihrer beiden Lehrveranstaltungen lautete: „Reproduction, State Interventions and Women´s Bodies: Global Designs and Local Life-worlds“.
  • Der Webauftritt des Instituts wurde generalüberholt und modernisiert.

 

2010

  • Ustinov-Gastprofessor ist Professor Dr. Andrei S. Markovits (University of Michigan, Ann Arbor). Das Thema seiner Vorlesungen lautet: „Sportkulturen im weltweiten Vergleich – unter Berücksichtigung von Aggressivitäten, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und anderer Vorurteile am Sportplatz und in der Gesellschaft“
  • Am 10. und 11. Mai 2010 findet die Fachtagung „Rassismus – eine soziale und politische Konstruktion“ unter dem Ehrenschutz von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und der wissenschaftlichen Leitung von Professor Wolfgang Benz (TU Berlin) im Wiener Rathaus statt.
    Herausgearbeitet wurden dabei gegenwärtige Entwicklungen, die von Rassismus geprägt sind, der Mangel an Beweisen für „rassische“ Verschiedenheit hinsichtlich Intelligenz, emotionaler oder physischer Eigenschaften und die bedauerliche Verwendung rassistischer Argumente für die Instrumentalisierung von Interessen.
  • Der Tagungsband: „Rasse – eine soziale und politische Konstruktion“ (erschienen im Verlag Braumüller) wird von Prof. Wolfgang Benz am 16. November 2010 im Berliner Literaturhaus und am 17. Jänner 2011 in der Diplomatischen Akademie in Wien vorgestellt
  • Das Buch „Vorurteil und Genozid – Ideologische Prämissen des Völkermords“, erschienen im Böhlau Verlag, wird vom Herausgeber, Professor Wolfgang Benz, am 30. November 2010 in der Berliner „Topographie des Terrors“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
  • Im November werden die Verträge über die Herausgabe des „Arbeitsbehelfs II, Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen“, bestimmt für Lehrkräfte an Hauptschulen und an AHS Unterstufen, unterzeichnet. Die Projektverantwortung übernimmt abermals Frau Gertraud Diendorfer. Finanziell ermöglicht haben dieses Projekt das Bundeskanzleramt, Wien, Respekt.net sowie die Ustinov Stiftungen Frankfurt/München und Genf.

 

2009

  • Ustinov Gastprofessor wird Professor Dr. András Kovács (Central European University, Budapest). Das Thema seiner Vorlesungen ist „Roma, Juden und andere Minderheiten in Osteuropa: historische Vorurteile aus sozialwissenschaftlicher Perspektive.“
    Insbesondere behandelt werden nationale Vorurteile und Stereotypen, Antisemitismus in den kommunistischen Systemen, Judenfeindlichkeit und die Lage der Roma sowie Roma-feindliche Vorurteile und Diskriminierungen in den osteuropäischen post-kommunistischen Gesellschaften.
  • Die Fachtagung hat „Zuwanderer als Feindbild“ zum Thema (Österreichische Akademie der Wissenschaften, 18. und 19. Mai 2009).
    Sie setzt sich mit dem Umstand auseinander, dass so oft Zuwanderern, insbesondere armen und vertriebenen, Feindseligkeit entgegenschlägt, ohne dass hierfür ein besonderer individueller Anlass besteht und dass in unserer Zeit die entsprechenden Feindbilder die bei weitem wirkungsvollsten geworden sind. Insbesondere werden die Fragen besprochen: Feindbild „Zuwanderer“: woher kommt es und was bewirkt es?, Voraussetzungen und positive Effekte einer gelungenen „Integration“, Orientierungslinien für einen Abbau des Feindbilds.
  • Eine Dokumentation über die Fachtagung erscheint im Herbst 2009 unter dem Titel „Zuwanderer als Feindbilder“ im Verlag Braumüller (der Öffentlichkeit vorgestellt am 7. April 2010 in der Diplomatischen Akademie).
  • Die englische Ausgabe des Handbuchs der Vorurteile wird bei Cambria Press NY unter dem Titel „Handbook of Prejudices“ erscheinen.
  • Der erste Teil des Arbeitsbehelfs für Lehrer und Schuladministrationen, bestimmt für Grund-/Volksschulen, wird fertiggestellt und verteilt. (Für weitere Informationen siehe eigenen Abschnitt)

 

2008

  • Ustinov Gastprofessorin wird Professor Verena Kast (Universität Zürich). Das Thema ihrer Vorlesungen lautet: „Die Schatten und die Komplexe – Vorurteile aus tiefenpsychologischer Sicht.“
    Dabei werden die Mechanismen beschrieben, die zur Entstehung und zur möglichen Beeinflussung von Vorurteilen führen. Insbesondere aber wird das Wechselspiel zwischen Vorurteilen und Emotionen wie Ärger und Frustration, Angst, Scham und Neid beschrieben, sowie die Rolle, die das Selbstwertgefühl beim Entstehen von Vorurteilen einnimmt.
  • Die Fachtagung befasst sich mit dem Thema „Feindbilder in Europa – was kann dagegen getan werden?“ (Österreichisches Parlament, Palais Epstein, 2. und 3. April 2008).
    Dabei wird herausgearbeitet, welche starken Feindbilder innerhalb Europa noch bestehen, Feindbilder, die Teile der europäischen Bevölkerung als feindliche Elemente erscheinen lassen – sei es zwischen Nationen, zwischen Nationen und Minderheiten und grenzüberschreitend zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheiten. Weiters werden solche Fälle untersucht, wo sich Feindbilder aufgelöst haben – wie z. B. zwischen Frankreich und Deutschland, um Ansätze für Gegenstrategien zu gewinnen.
  • Eine Dokumentation zur Fachtagung erscheint 2008 im Verlag Braumüller unter dem Titel „Feinbilder in Europa“. Diese wird bei Veranstaltungen am 24. November 2008 in der Ustinov Stiftung Düsseldorf/München und am 29. Jänner 2009 in der Diplomatischen Akademie Wien vorgestellt.
  • Mit Professor Wolfgang Benz als Herausgeber und einer Reihe renommierter Autoren wird die Herausgabe des Buches „Vorurteile und Genozide“ vereinbart. Zur Finanzierung des Projekts können Sponsoren gewonnen werden. (Für weitere Informationen siehe eigenen Abschnitt)
  • Für die Herausgabe von Arbeitshilfen für Lehrer und Vertreter der Schuladministrationen wird ein Konzept erstellt (Titel „Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen“) und mit den Partnern in Deutschland, der Schweiz und Österreich abgestimmt. Der Bedarf an solchen Arbeitshilfen war bei der Fachtagung 2007 „Vorurteile in der Kindheit“ deutlich geworden. Die Absicht ist, mittels der Arbeitshilfen eine vorurteilsbewusste Erziehung zu erleichtern. (Für nähere Informationen siehe eigenen Abschnitt)

 

2007

  • Ustinov Gastprofessor wird Professor Dr. Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin. Thema seiner Vorlesungen ist „Völkermord im 20. Jahrhundert. Zur Geschichte des Genozids – vom Vorurteil zur ‚ethnischen Säuberung'“. Die Vorlesungen belegen, wie sehr Vorurteile und Feindbilder zu den Völkermorden dieses Jahrhunderts in Europa, Afrika und Asien beigetragen haben.
    Um dieses Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen – quasi als Warnung vor den Folgen einer Verteufelung von Gruppen der Bevölkerung -, beginnen Gespräche mit Professor Benz über die Herausgabe eines Buchs. (Für nähere Informationen siehe eigenen Abschnitt)
  • Die Fachtagung ist dem Thema „Vorurteile in der Kindheit: Wie entstehen sie? Wie kann man gegensteuern?“ gewidmet (Jugendstiltheater des Otto Wagner Spitals in Wien, 8. März 2007). Sie befasst sich mit den Folgen des Umstands, dass Vorurteile schon in früher Jugend ihren Anfang nehmen und Kinder und Jugendliche zu Tätern und Opfern machen können. Es wird herausgearbeitet, dass mit der Arbeit gegen Vorurteile nicht früh genug begonnen werden kann, weil betroffene Kinder durch diese Geringschätzung Herabwürdigung und Diskriminierung erleiden und dabei Schaden nehmen.
  • Eine Dokumentation zur Fachtagung erscheint 2007 im Verlag Braumüller unter dem Titel „Vorurteile in der Kindheit, Ursachen und Gegenstrategien“.

 

2006

  • Ustinov Gastprofessor wird Professor Peter Loewenberg (UCLA). Das Thema seiner Vorlesungen lautet: „Kulturgeschichte und psychoanalytische Tiefenpsychologie in der modernen amerikanischen Geschichtsforschung“. Er befasst sich u. a. mit der Rolle von historischer Literatur und Biographien, der Überlieferung von Traumata von Generation zu Generation und der Psychologie des modernen Nationalstaates.
  • Die Fachtagung widmet sich dem Thema „Der Westen und die Islamische Welt: Fakten und Vorurteile“. Sie ist den bestehenden Stereotypen, Vorurteilen und Feindbildern auf beiden Seiten und deren historischen Wurzeln gewidmet (Kreisky Forum Wien, 4. und 5. Mai 2006).
    Insbesondere behandelt werden die häufige Verwechslung von kulturellen und religiösen Inhalten, der Islamismus als Phänomen der Moderne, die islamische Welt als heterogenes Gebilde, die Ursachen für das bedrohliche und rückständige Bild von der islamischen Welt sowie die Bedeutung von Ängsten um Arbeitsplätze und vor Überfremdung in Europa und vor Verlust der Identität in der islamischen Welt.
  • Eine Dokumentation zur Fachtagung ist 2006 im Verlag Braumüller unter dem Titel: „Der Westen und die islamische Welt – Fakten und Vorurteile“ erschienen.

 

2005

  • Ustinov Gastprofessorin wird Professor Dr. Aleida Assmann (Universität Konstanz). Das Thema ihrer Vorlesungen ist „Geschichte, Gedächtnis, Identität“. Sie erläutert, wie, wann und aus welchen Quellen sich das Weltbild der Menschen bildet und welchen Veränderungen es unterzogen wird, z. B. beim Sprung von Generation zu Generation oder durch das soziale Umfeld; dabei betont sie die Bedeutung objektivierender Einrichtungen wie Museen. Bezüglich Identität bemerkt sie zu Europa, dass diese durch Gemeinsamkeiten in der Vergangenheit, aber auch durch gemeinsame Zukunftsvorstellungen gestärkt werden könnte.
    Viele von ihr dabei vorgetragene Überlegungen fließen in das 2006 von Prof. Assmann publizierte Buch „Der lange Schatten der Vergangenheit – Erinnerungskultur und Geschichtspolitik“ ein.
  • Die erste Fachtagung des Instituts ist dem Thema: „Europa – USA: Values and Prejudices“ gewidmet (Diplomatische Akademie Wien, 29. Mai 2005). Dabei wird die Entwicklung des Antiamerikanismus seit der Kolonialzeit analysiert sowie die Entwicklung unterschiedlicher Wertvorstellungen in Europa und in den USA (bezüglich Staat, Religion und Recht) herausgearbeitet. Es wurde dazu aufgerufen, Vorurteile zu bekämpfen, aber unterschiedliche Wertvorstellungen zu respektieren.
  • Die Verhandlungen über die Herausgabe eines „Handbuchs der Vorurteile“ mit der voestalpine AG als Sponsor und dem Institut für Konfliktforschung als inhaltlich verantwortlichem Partner werden abgeschlossen.

 

2004

  • Dr. med. Dr. phil. Horst-Eberhard Richter (Universität Gießen) wird erster Ustinov Gastprofessor an der Universität Wien. Das Thema seiner Vorlesungen lautet „Umgang mit dem Bösen“. Prof. Richter erläutert die „Wirkungsgeschichte des Bösen – Vorurteilsbeladene Weltbilder“ und geht dabei auf die Rolle des „Bösen“ als Instrument zur Machtentfaltung in der Politik (z. B. „Schurkenstaaten“) und der Kirchen (z. B. „Hexenverfolgungen“ und Inquisition“) ein. Besonderes Augenmerk legt er auf „Sündenbockmechanismen“.
    Viele dabei vorgetragene Überlegungen fließen in das von Professor Richter 2006 veröffentlichte Buch „Die Krise der Männlichkeit“ ein.
  • Am 28. März verstirbt Sir Peter. Als Nachfolger im Vorsitz des Vorstands wurde der bisherige Stellvertreter Dr. Friedrich Gehart bestellt. Er hatte seit 2002 Sir Peter bei der Gründung und dem Aufbau des Instituts assistiert. Statt der von Sir Peter geplanten öffentliche Präsentation „seines“ Instituts veranstaltete das Institut am 19. Mai zu seinen Ehren im Wiener Rathaus die Tagung „Achtung! Vorurteile“. Dabei erläutert der bekannte Publizist Dr. Hugo Portisch am Beispiel der Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland, wie auch tief verwurzelte Vorurteile abgebaut werden können. Weitere Teilnehmer waren Großmufti Mustafa Ceric, Arabella Kiesbauer und Professor Anton Pelinka.
  • Die Homepage des Instituts wird eingerichtet.

 

2003

  • Das Institut wurde am 11. August 2003 gegründet. In einer ersten Mitgliederversammlung am 24. September wird der Vorstand bestellt. Sir Peter übernimmt den Vorsitz. Das Institut nimmt seine Tätigkeit auf.