Sir Peter Ustinov gründete dieses Institut am 11. August 2003. Nach seinem Wunsch soll es die Ressourcen mobilisieren, welche der Wissenschaft zum Abbau schädlicher Wirkungen von Vorurteilen und Feindbildern in Politik und Gesellschaft zur Verfügung stehen. DasInstitut orientiert sich an.

 

Sir Peter Ustinov, der das Vorurteil als „weit verbreitete Ursache von Leid und Zwist“ erkannte, das die „blanke Unkenntnis als Waffe“ benutzt. In seinem Sinne wollen wir die Menschen dazu aufrufen, überlieferte Meinungen und Traditionen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen und immer wieder zu hinterfragen.
Wir wollen erreichen, dass die Entstehungs- und Wirkungsstrukturen von Vorurteilen transparent gemacht und Lern- und Wissensangebote vermittelt werden, die Vorurteilen und Feindbildern den Boden entziehen.

Sir Peter und das Thema „Vorurteile“

Warnungen vor Vorurteilen und deren schädlichen Folgen hat uns Sir Peter vielfach hinterlassen. Eine stellt das Motto dar, das er am 13. Dezember 2003 für die Homepage des Instituts geschrieben hat:

«Prejudices are the starting point of many accumulating disasters in this world. At first as innocuous as land mines, to which they bear a certain resemblance when inactive, they become lethal when children toy with them. Every human needs opinions to express. But they must be fresh, freely expressed, considered. Beware stale opinions, dead opinions, inherited opinions thoughtlessly adopt. When they turn into contagion, they can humiliate entire nations. Death is there to survive. Humiliation can last for centuries. Palestine is a flagrant example.»

Seine Erkenntnisse über das schädliche Wirken von Vorurteilen leitet Sir Peter aus der eigenen Lebenserfahrung ab. Dies kommt sehr gut zum Ausdruck in einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

«Der Künstler erzählt von seinen ersten Schultagen in einer englischen Schule, in der den Sechsjährigen die Vorurteile, die ihr Leben als Erwachsene eng und stumpf machen, eingebläut wurden. Noch schlimmer sei es dann im Militär gewesen. Schule, Kirche und Familie sind für Ustinov Hochburgen des Vorurteils, in denen überlieferte Meinungen und Traditionen weitergegeben werden, ohne sie auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und immer wieder zu hinterfragen.“

„Den Sumpf trockenlegen. Peter Ustinov richtet Lehrstuhl gegen Vorurteile ein.“, FAZ am 10. 12. 2001

Sein 2003 erschienenes Buch „Achtung! Vorurteile!“ bezeichnete Sir Peter als sein „Vermächtnis“. Mit Witz und Charme rückt er darin allen Formen von Vorurteilen zu Leibe, oft an Hand von Episoden aus seinem Leben. Den Bogen spannt er von Eindrücken aus der Schulzeit in England, über das Wirken nationaler Stereotypen und Witze, über den Missbrauch von Vorurteilen als politische Waffe bis zur Frage: „Haben Kinder Vorurteile?“. Das Buch endet mit dem bemerkenswerten Aufruf, dem Fremden mehr entgegenzubringen als Toleranz: nämlich Respekt!