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„Flucht, Solidarität und Ökonomie“

unter der Leitung von Karin Scherschel (Universität Wien) &
 Kristina Binner (Institut für Soziologie, Johannes Kepler Universität Linz)

am Freitag, 30.06.2017 & Samstag, 01.07.2017 am Institut für Zeitgeschichte/Universität Wien

 

Die Zunahme der Fluchtmigration hat in Deutschland und Österreich kontroverse Debatten und Reaktionen ausgelöst. Einerseits hat diese Migration in den letzten beiden Jahren ehrenamtliche Akteure in ungekanntem Maße mobilisiert. Ein „Europa von unten“, das von Solidarität, einem humanitären und demokratischen Selbstverständnis getragen wird, scheint möglich. Andererseits formieren sich europaweit rechtspopulistische Bewegungen. Gewalttätige Angriffe gegen Flüchtlinge nehmen in beiden Ländern zu. In den öffentlichen Debatten stehen universalistische, an Menschenrechten orientierte Begründungen zur Aufnahme von Fluchtmigrant*innen nationalökonomischen Nutzenargumenten zu ihrer Abwehr gegenüber.

Der Workshop „Flucht, Ökonomie und Solidarität“ brachte Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus beiden Ländern zusammen, um Spannungsfelder im Bereich der Bildung, der Erwerbsarbeit, der Sozialen Arbeit und des Ehrenamtes und die damit verbundenen Fragen zu diskutieren. 

Die Vortragenden widmeten sich dabei folgenden Themen:

  • Karin Scherschel (Universität Wien) Eröffnung: „Flucht, Solidarität und Ökonomie – Diskussionslinien“ 
  • Albert Scherr (Pädagogische Hochschule Freiburg): „Flüchtlinge: Was kann und soll Soziale Arbeit leisten?“
  • Marion Hackl, Winfried Moser (Institut für Kinderrechte, Wien): „Zugänge und Zumutungen. Bildung und Beschäftigung junger geflüchteter Menschen in Österreich“
  • Claudia Globisch (Universität Innsbruck): „Solidaritätsbrüche in Migrationsgesellschaften: Abstiegsängste und der Extremismus der Mitte“
  • Silke van Dyk (Friedrich Schiller Universität Jena): „Zur politischen Ökonomie des Helfens. Flüchtlingspolitik und Engagement im Strukturwandel des Wohlfahrtsstaats"
  • Kristina Binner (Johannes Kepler Universität Linz): „Widersprüchliche Anforderungen und Logiken in der Sozialen Arbeit – ein neoinstitutionalistischer Blick“ 
  • Irene Messinger (Fachhochschule Campus, Wien):  „Ausbildungswege und -standards zur Etablierung der Flüchtlingssozialarbeit in Österreich“ 
  • Ilker Ataç (Universität Wien), Sara de Jong (The Open University): „Aktivismus und Service: Flüchtlingsunterstützungsorganisationen in Wien“
  • Brigitte Aulenbacher (Johannes Kepler Universität Linz): Vorstellung der Buchreihe „Arbeitsgesellschaft im Wandel“ im Beltz Juventa Verlag