Vorurteile und Sozialentwicklung:

Bildung und Prävention im Kindes- und Jugendalter“

Wissenschaftliche Konferenz am 13. und 14. Mai 2019

unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Andreas Beelmann

 

Der Wandel hin zu einer Gesellschaft der Vielfalt wird nicht notwendigerweise als Chance, sondern häufig als Bedrohung begriffen. Dies steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Verunsicherung in der gegenwärtigen Situation, in welcher frühere Gewissheiten, etwa sichere „lebenslange“ Arbeitsplätze, die daraus resultierende materielle Absicherung, oder die vormalige (realistische) Chance des sozialen Aufstiegs der nachfolgenden Generation verloren gegangen sind.

Was wäre einfacher, als die Schuld bei denjenigen zu suchen, die aus den verschiedensten Gründen ins Land gekommen sind, sei es auf der Flucht vor Krieg und Zerstörung, sei es auf der Suche nach einem besseren Leben? Aber auch seit langem hier ansässige Menschen mit Migrationshintergrund, Angehörige anderer Religionen, Kulturen, sexueller Orientierung sehen sich mit Vorurteilen konfrontiert, oft entstanden aus dem Bedürfnis, eine Erklärung für die persönliche unbefriedigende Lage zu finden und komplexe Zusammenhänge zu vereinfachen.

Vorurteile als stabile negative Einstellungen gegenüber bestimmten Gruppen oder dazu gehörenden Einzelpersonen führen direkt zu Diskriminierung und sind ein Hindernis auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft.

 

Die Konferenz 2019 hatte zum Ziel,

  • Wege aufzuzeigen, wie Vielfalt besonders in Bildungseinrichtungen als Chance erlebt werden kann,

  • was Bildungseinrichtungen dazu beitragen können, die Entstehung von Vorurteilen bei Kindern und Jugendlichen zu verhindern,

  • eine Sensibilisierung gegenüber einer Politik zu bewirken, die vorhandene Vorurteile als Basis für die Durchsetzung ihrer politischen Vorstellungen benutzt.

 

Am Montag, 13. Mai 2019 fanden Vorträge und eine Diskussion mit namhaften ExpertInnen statt,  u.a.:

  • Prof. DDr. Friedrich Lösel „Resilienz und protektive Faktoren in der Sozialentwicklung und gegen Extremismus“ (Institute of Criminology der University of Cambridge)

  • Prof. Dr. Philipp JugertInterethnische Freundschaften - wozu sie gut sind und wie wir sie fördern können“ (Universität Duisburg-Essen)

  • Dr. Sören Kliem „Verbreitung menschenfeindlicher Einstellungen unter Jugendlichen. Formen, Folgen und Prävention“ (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen)

 

Am Dienstag, 14. Mai 2019 wurden vertiefende Workshops abgehalten:

  • Vielfalt in der Elementarpädagogik: Anerkennung von Gleichheit und Unterschiedlichkeit am Beispiel migrationsbedingter Diversität - Leitung: Dr. Maria Fürstaller | FH Campus Wien
  • Wenn Lernen Spaß macht: Theater und Musical als "Geheimnis" des Lernerfolgs an der Grundschule Parkinson Lane - und was wir davon lernen können - Leitung: PD Dr. Eva Kalny | Leibniz Universität Hannover
  • Entwicklungsorientierte Prävention der Radikalisierung Leitung: Prof. Dr. Andreas Beelmann | Universität Jena