Vorlesungshinweis

Öffentliche Vorlesung der Ustinov Gastprofessorin an der Universität Wien

 „(Flucht)migration – Bilanz und Perspektiven“
 
Prof. Dr. Gudrun Hentges
 

wöchentlich von Donnerstag, 8.3. bis 21.6.2018

von 09:45 - 11:15 Uhr

im Hörsaal III im NIG, Erdgeschoß (Universitätsstraße 7, 1010 Wien)

 
 Derzeit sind 65,6 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht (UNHCR 2017), darunter

  • 17,2 Millionen Flüchtlinge unter dem Mandat des UNHCR,
  • 17,2 Millionen palästinensische Flüchtlinge unter dem Mandat des UNRWA und
  • 10 Millionen Staatenlose.

Die wichtigsten Aufnahmeländer sind die Türkei (2,9 Millionen Flüchtlinge, vor allem aus Syrien), Pakistan (1,4 Millionen), Libanon (1 Millionen), gefolgt von Staaten wie dem Iran, Uganda und Äthiopien. Demgegenüber nahmen die restlichen europäischen Länder insgesamt 2,3 Millionen Geflüchtete auf.

Somit hat die Anzahl der Flüchtlinge weltweit seit Ende des Zweiten Weltkriegs ein Rekordniveau erreicht. Insbesondere seit dem Krieg in Syrien versuchen immer mehr Menschen aus diesen Regionen nach Europa zu fliehen - auf unterschiedlichsten Routen. Einigen gelingt diese Flucht und sie erreichen eines der EU-Mitgliedsstaaten, andere bezahlen den Fluchtversuch mit ihrem Leben. Schätzungen gehen davon aus, dass seit dem Jahre 2000 mehr als 30.000 Flüchtlinge und Migranten bei dem Versuch, Europa zu erreichen, ums Leben gekommen sind (vgl. Projekt „Migrant Files“). Vor dem Hintergrund dieser Zahlen gewinnt die Aussage von Hannah Arendt „Das Recht, Rechte zu haben“, nochmals an Bedeutung.

Die Vorlesung und das Begleitseminar beleuchten diese Thematik aus verschiedenen Perspektiven...

Veranstaltungsnachlese

Antrittsvorlesung der Ustinov-Gastprofessorin

Prof. Dr. Gudrun Hentges an der Universität Wien

zum Thema

„(Flucht)migration – gesellschaftliche Herausforderungen, Bilanz & Perspektiven“

 

Fluchtmigration stellt seit jeher eine große gesellschaftliche Herausforderung dar und hat mit der Flüchtlingskrise enorm an Bedeutung im aktuellen Diskurs gewonnen. Am Donnerstag, den 8. März 2018, hielt Frau Prof. Dr. Hentges ihre Antrittsvorlesung zu diesem brisanten Thema im Rahmen Ihrer Gastprofessur am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien.

Veranstaltungsnachlese

„Flucht, Solidarität und Ökonomie“

Unter der Leitung von Karin Scherschel (Universität Wien) & Kristina Binner (Institut für Soziologie, Johannes Kepler Universität Linz) fand am 30. Juni 2017 & am 01. Juli 2017 am Institut für Zeitgeschichte/Universität Wien ein Workshop zu diesem hoch aktuellen Thema statt.

Die Zunahme der Fluchtmigration hat in Deutschland und Österreich kontroverse Debatten und Reaktionen ausgelöst. Einerseits hat diese Migration in den letzten beiden Jahren ehrenamtliche Akteure in ungekanntem Maße mobilisiert. Ein „Europa von unten“, das von Solidarität, einem humanitären und demokratischen Selbstverständnis getragen wird, scheint möglich. Andererseits formieren sich europaweit rechtspopulistische Bewegungen. Gewalttätige Angriffe gegen Flüchtlinge nehmen in beiden Ländern zu. In den öffentlichen Debatten stehen universalistische, an Menschenrechten orientierte Begründungen zur Aufnahme von Fluchtmigrant*innen nationalökonomischen Nutzenargumenten zu ihrer Abwehr gegenüber.

Der Workshop „Flucht, Ökonomie und Solidarität“ brachte Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus beiden Ländern zusammen, um Spannungsfelder im Bereich der Bildung, der Erwerbsarbeit, der Sozialen Arbeit und des Ehrenamtes und die damit verbundenen Fragen zu diskutieren. 

Veranstaltungsnachlese

‘Refugee Protest Camp Vienna’: durch Protest zur Bürgerschaft  

Am 1. Juni 2017 fand an der Universität Wien ein Gastvortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe der aktuellen Ustinov-Gastprofessur von Dr. Ilker Atac zum Thema statt.

"The Refugee Protest Camp Vienna“ startete im Jahr 2012 als Protest gegen die Zustände im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, sowie Probleme im Asylverfahren. Was als Protestmarsch anfing, verwandelte sich in eine sichtbare Protestbewegung von Asylsuchenden und Aktivist*innen. In diesem Vortrag hat Ilker Atac ausgeführt, wie die Protestbewegung durch eine Form von „contentious politics“ gegen die Ausgrenzungspolitiken stand und inwiefern der Bewegung eine Verbesserung der Rechte und Lebensbedingungen der Asylsuchenden gelang.

Veranstaltungsnachlese

Gastvortrag und Diskussion: Theologie der Gewalt

Dschihadistisches Denken und Dschihadistische Propaganda im Internet und Gegenaktivitäten

Prof. Dr. Rüdiger Lohlker, Islamwissenschafter, Dschihadismus-Experte sprach mit Prof. Dr. Jordanka Telbizova-Sack am 13. Juni 2016  an der Universität Wien über die Problematik des Dscihadismus.

Die Ustinov Gastprofessorin Dr. Jordanka Telbizova-Sack widmete sich im Rahmen ihrer Vorlesung am Institut für Zeitgeschichte gemeinsam mit einem prominenten Experten den brennenden Fragen des transnationalen Dschihadismus, der dschihadistischen Propaganda und den Gegenaktivitäten.

Veranstaltungsnachlese

„Radikalisierung und Dschihadismus: Möglichkeiten zur Prävention & Deradikalisierung“

Vortrag & Diskussion mit

Prof. Dr. Klaus Ottomeyer, Ustinov-Gastprofessor 2015/16

Christoph Prochazka, Islamwissenschafter, Dschihadismus-Experte

Maynat Kurbanova, Journalistin und Autorin aus Tschetschenien

2015: Prof. Dr. Klaus Ottomeyer

Identität und Ressentiment. Vom Alltagskonflikt zur offenen Gewalt.