Veranstaltungsnachlese

Gastvortrag und Diskussion

"Jan Assmann und die Monotheismusdebatte"

mit

Prof. Dr. Jan Assmann, Ägyptologe und Kulturwissenschaftler

Prof. Dr. Jordanka Telbizova-Sack, Religions- und Sozialwissenschaftlerin

 

Montag, 6. Juni 2016 von 16.45 - 18.00 Uhr
Hörsaal 33 Hauptgebäude Universität Wien

(Universitätsring 1, 1.Stock, Stiege 7)

 

Im Rahmen der Vorlesung „Religion, Konflikt und Gewalt“ stellte der renommierte Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Jan Assmann seine Thesen vor und diskutierte über die polarisierende Kraft der Religionen. Zentrale Fragen wurden dabei thematisiert: Wie intolerant ist der Monotheismus? Ist mit den monotheistischen Religionen eine bestimmte Form von Gewalt in die Welt gekommen? Was bedeutet „Gewalt im Namen Gottes“? Wie kann „die Mosaische Unterscheidung“ abgeschafft werden?

 

Veranstaltungsnachlese

„Flucht, Solidarität und Ökonomie“

unter der Leitung von Karin Scherschel (Universität Wien) &
 Kristina Binner (Institut für Soziologie, Johannes Kepler Universität Linz)

am Freitag, 30.06.2017 & Samstag, 01.07.2017 am Institut für Zeitgeschichte/Universität Wien

 

Die Zunahme der Fluchtmigration hat in Deutschland und Österreich kontroverse Debatten und Reaktionen ausgelöst. Einerseits hat diese Migration in den letzten beiden Jahren ehrenamtliche Akteure in ungekanntem Maße mobilisiert. Ein „Europa von unten“, das von Solidarität, einem humanitären und demokratischen Selbstverständnis getragen wird, scheint möglich. Andererseits formieren sich europaweit rechtspopulistische Bewegungen. Gewalttätige Angriffe gegen Flüchtlinge nehmen in beiden Ländern zu. In den öffentlichen Debatten stehen universalistische, an Menschenrechten orientierte Begründungen zur Aufnahme von Fluchtmigrant*innen nationalökonomischen Nutzenargumenten zu ihrer Abwehr gegenüber.

Der Workshop „Flucht, Ökonomie und Solidarität“ brachte Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus beiden Ländern zusammen, um Spannungsfelder im Bereich der Bildung, der Erwerbsarbeit, der Sozialen Arbeit und des Ehrenamtes und die damit verbundenen Fragen zu diskutieren. 

Die Vortragenden widmeten sich dabei folgenden Themen:

  • Karin Scherschel (Universität Wien) Eröffnung: „Flucht, Solidarität und Ökonomie – Diskussionslinien“ 
  • Albert Scherr (Pädagogische Hochschule Freiburg): „Flüchtlinge: Was kann und soll Soziale Arbeit leisten?“
  • Marion Hackl, Winfried Moser (Institut für Kinderrechte, Wien): „Zugänge und Zumutungen. Bildung und Beschäftigung junger geflüchteter Menschen in Österreich“
  • Claudia Globisch (Universität Innsbruck): „Solidaritätsbrüche in Migrationsgesellschaften: Abstiegsängste und der Extremismus der Mitte“
  • Silke van Dyk (Friedrich Schiller Universität Jena): „Zur politischen Ökonomie des Helfens. Flüchtlingspolitik und Engagement im Strukturwandel des Wohlfahrtsstaats"
  • Kristina Binner (Johannes Kepler Universität Linz): „Widersprüchliche Anforderungen und Logiken in der Sozialen Arbeit – ein neoinstitutionalistischer Blick“ 
  • Irene Messinger (Fachhochschule Campus, Wien):  „Ausbildungswege und -standards zur Etablierung der Flüchtlingssozialarbeit in Österreich“ 
  • Ilker Ataç (Universität Wien), Sara de Jong (The Open University): „Aktivismus und Service: Flüchtlingsunterstützungsorganisationen in Wien“
  • Brigitte Aulenbacher (Johannes Kepler Universität Linz): Vorstellung der Buchreihe „Arbeitsgesellschaft im Wandel“ im Beltz Juventa Verlag

 

 

Veranstaltungsnachlese

Gastvortrag im Rahmen der Vorlesungsreihe der aktuellen Ustinov-Gastprofessur von

Dr. Ilker Atac

zum Thema

‘Refugee Protest Camp Vienna’: durch Protest zur Bürgerschaft  

am Donnerstag, 1. Juni 2017 an der Universität Wien

 

The Refugee Protest Camp Vienna“ startete im Jahr 2012 als Protest gegen die Zustände im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen, sowie Probleme im Asylverfahren. Was als Protestmarsch anfing, verwandelte sich in eine sichtbare Protestbewegung von Asylsuchenden und Aktivist*innen. In diesem Vortrag hat Ilker Atac ausgeführt, wie die Protestbewegung durch eine Form von „contentious politics“ gegen die Ausgrenzungspolitiken stand und inwiefern der Bewegung eine Verbesserung der Rechte und Lebensbedingungen der Asylsuchenden gelang. Im Zentrum standen unterschiedliche Widerstandsformen, Formen der Mobilisierung und des kollektiven Handelns und wie die Bewegung von sozial isolierten Räumen ins Zentrum der Stadt wechselte, dort ein Protestcamp im Sigmund-Freud-Park aufstellte, und im weiteren Verlauf Schutz in der Votivkirche aufsuchte. Im Vortrag wurde auch diskutiert, inwiefern die räumlichen Strategien der Protestbewegung für den Aufbau von sozialen Beziehungen eine wichtige Rolle spielten.

 

       

Veranstaltungsnachlese

Gastvortrag und Diskussion

Theologie der Gewalt

Dschihadistisches Denken und Dschihadistische Propaganda im Internet und Gegenaktivitäten

mit

Prof. Dr. Rüdiger Lohlker, Islamwissenschafter, Dschihadismus-Experte

Prof. Dr. Jordanka Telbizova-Sack

 

Montag, 13. Juni 2016 von 16.45 - 18.15 Uhr
Hörsaal 33 Hauptgebäude Universität Wien

(Universitätsring 1, 1.Stock, Stiege 7)

 

Die Ustinov Gastprofessorin Dr. Jordanka Telbizova-Sack widmete sich im Rahmen ihrer Vorlesung am Institut für Zeitgeschichte gemeinsam mit einem prominenten Experten den brennenden Fragen des transnationalen Dschihadismus, der dschihadistischen Propaganda und den Gegenaktivitäten.

 

Wie begründen die Dschihadisten ihre Taten?

Was lässt sich aus arabischen Originalquellen entnehmen?

Kann man von einer „Theologie der Gewalt“ sprechen?

Wie werben dschihadistische Bewegungen Mitglieder und Kämpfer an?

 

Prof. Dr. Rüdiger Lohlker sprach über IS-Gelehrsamkeit, den Geist der Gewalt und Gegenmaßnahmen.

 

Veranstaltungsnachlese

„Radikalisierung und Dschihadismus: Möglichkeiten zur Prävention & Deradikalisierung“

Vortrag & Diskussion mit

Prof. Dr. Klaus Ottomeyer, Ustinov-Gastprofessor 2015/16

Christoph Prochazka, Islamwissenschafter, Dschihadismus-Experte

Maynat Kurbanova, Journalistin und Autorin aus Tschetschenien

Siegfried Stupnig, Psychologe, Flüchtlingsbetreuung „Aspis“

im Rahmen der Vorlesung des Ustinov Gastprofessors
am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien
Professor Dr. Klaus Ottomeyer

 

Der Ustinov Gastprofessor Dr. Klaus Ottomeyer widmete sich im Rahmen seiner Vorlesung am Institut für Zeitgeschichte am Montag, den 18. Jänner 2016 gemeinsam mit einer prominenten ExpertInnenrunde den brennenden Fragen rund um Radikalisierung und Dschihadismus:

  • Wie werben dschihadistische Bewegungen Mitglieder und Kämpfer an?
  • Wie können Flüchtlinge integriert und Gewalt vermieden werden?
  • Wie wirkt der Dschihadismus auf Jugendliche in Europa?
  • Wie kann die Radikalisierung von Jugendlichen verhindert werden?

Hinsichtlich der Rekrutierungsmethoden wurden hohe Professionalisierung und systematisches Vorgehen vor allem durch die Nutzung sozialer Medien festgestellt. Durch die propagierte „Schwarz-Weiß-Ausprägung“ der Welt und die verkürzte Einteilung in „gut vs. böse“, „gläubig vs. ungläubig“ etc. würden den Sympathisanten einfache Lösungen in einer immer komplexeren, sich immer weiter globalisierenden Welt angeboten. Salafismus und Dschihadismus, so die Prognose, würden als neue Jugendkultur und gleichzeitig als Anti-Globalisierungs-Bewegung noch lange Zeit weiter existieren.

Verhindert werden könne diese Entwicklung vor allem mit dreierlei Maßnahmen, etwa im Bereich der Deradikalisierung mit Wiedereingliederungsprogrammen für bereits straffällig gewordene Personen, beispielsweise betreute Wohnangebote für RückkehrerInnen, im Bereich der Gegenradikalisierung anhand von Programmen für aktuell im Radikalisierungsprozess befindliche Menschen, etwa staatliche Beratungsangebote, sowie im Bereich der Antiradikalisierung, deren Charakter in erster Linie präventiv ist und Maßnahmen wie schulische Aufklärung, Kontrolle von Moscheegemeinden zur frühzeitigen Erkennung radikaler Tendenzen sowie interreligiöse Austauschprogramme einschließt.

Veranstaltungsnachlese

„Radikalisierung und Dschihadismus: Möglichkeiten zur Prävention & Deradikalisierung“

Vortrag & Diskussion mit

Prof. Dr. Klaus Ottomeyer, Ustinov-Gastprofessor 2015/16

Christoph Prochazka, Islamwissenschafter, Dschihadismus-Experte

Maynat Kurbanova, Journalistin und Autorin aus Tschetschenien

Siegfried Stupnig, Psychologe, Flüchtlingsbetreuung „Aspis“

im Rahmen der Vorlesung des Ustinov Gastprofessors
am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien
Professor Dr. Klaus Ottomeyer

am Montag, den 18.01.2016 von 13.15 bis 14.45 Uhr
im Hörsaal 32 Hauptgebäude Universität Wien
(Universitätsring 1, 1.Stock, Stiege 9)

 

Der Ustinov Gastprofessor Dr. Klaus Ottomeyer widmete sich im Rahmen seiner Vorlesung am Institut für Zeitgeschichte gemeinsam mit einer prominenten ExpertInnenrunde den brennenden Fragen rund um Radikalisierung und Dschihadismus:

  • Wie werben dschihadistische Bewegungen Mitglieder und Kämpfer an?
  • Wie können Flüchtlinge integriert und Gewalt vermieden werden?
  • Wie wirkt der Dschihadismus auf Jugendliche in Europa?
  • Wie kann die Radikalisierung von Jugendlichen verhindert werden?

Hinsichtlich der Rekrutierungsmethoden wurden hohe Professionalisierung und systematisches Vorgehen vor allem durch die Nutzung sozialer Medien festgestellt. Durch die propagierte „Schwarz-Weiß-Ausprägung“ der Welt und die verkürzte Einteilung in „gut vs. böse“, „gläubig vs. ungläubig“ etc. würden den Sympathisanten einfache Lösungen in einer immer komplexeren, sich immer weiter globalisierenden Welt angeboten. Salafismus und Dschihadismus, so die Prognose, würden als neue Jugendkultur und gleichzeitig als Anti-Globalisierungs-Bewegung noch lange Zeit weiter existieren.

Verhindert werden könne diese Entwicklung vor allem mit dreierlei Maßnahmen, etwa im Bereich der Deradikalisierung mit Wiedereingliederungsprogrammen für bereits straffällig gewordene Personen, beispielsweise betreute Wohnangebote für RückkehrerInnen, im Bereich der Gegenradikalisierung anhand von Programmen für aktuell im Radikalisierungsprozess befindliche Menschen, etwa staatliche Beratungsangebote, sowie im Bereich der Antiradikalisierung, deren Charakter in erster Linie präventiv ist und Maßnahmen wie schulische Aufklärung, Kontrolle von Moscheegemeinden zur frühzeitigen Erkennung radikaler Tendenzen sowie interreligiöse Austauschprogramme einschließt.

2015: Prof. Dr. Klaus Ottomeyer

Identität und Ressentiment. Vom Alltagskonflikt zur offenen Gewalt.